Heute ging es – mal wieder- recht früh los, obwohl wir heute unser Camp nicht abbauen mussten da wir zwei Nächte in Hamelin Pool geblieben sind. Aber wenns an den Strand geht will man natürlich so viel Zeit wie möglich nutzen, daher ging’s früh los mit einem kräftigen Frühstück und der üblichen Busfahrt nach Monkey Mia. Monkey Mia ist nicht nur ein einfacher Strand sondern auch ein Naturresort mit einer ganz besonderen Attraktion: Delphinen. Dabei handelt es sich um wilde Delphine, die jedoch regelmäßig (meistens zwei Mal täglich) an den Strand kommen um sich den leuten dort zu zeigen. Unter Aufsicht der Wildlife-Guards dürfen einige Auserwählte dann auch die Delphine füttern, die sich das sichtlich gefallen lassen. Also, um das deutlich zu machen: Man steht nicht am Strand und sieht am Horizont ne Flosse schwimmen. Die Delphine kommen bis ins Knietiefe Wasser und teilweise so nah dass sie einen berühren. Von selbst berühren darf man sie aber nicht, sonst erden sie angepisst und verschwinden wieder. Füttern durfte ich zwar keinen, und berührt hab ich auch keinen, schön war’s aber trotzdem. Die Delphine die an diesen Strand kommen gehören alle zu einer großen Familie, und seit mehreren Generationen lehren die Eltern ihren Kindern dass sie hier herkommen können ohne dass ihnen etwas passiert. Die Delphine erkennen auch die Guards wieder und trauen sich daher eher zu denen als zu anderen Leuten. Auf jeden Fall ein paar wunderbare Tiere.
Danach hieß es dann erstmal: am Strand liegen und nichts tun. Nach einer Weile des Sonnetankens gab es Mittagessen, das wie üblich aus folgendem bestand: Toastbrot, Käse, zwei Sorten Wurst, Salat mit Paprika, Thunfisch, Gurken etc., Erdnussbutter, Marmelade, rote Beete, Nudelsalat, Ketchup, Sweet Chili und Mayonnaise. Hier taten sich auch jedes Mal die kulturellen Differenzen auf. Während die Deutschen eher organisiert waren – Hier ein Brot mit Käse und Wurst, dazu Salat, vielleicht noch etwas rote Beete – waren die Amerikaner eher vom rustikalen Schlag: man nehme zwei Scheiben Brot und packe einfach ales dazwischen was der Tisch zu bieten hat. Na dann guten Appetit. Übrigens kennen Amerikaner das klassische Ketchupbrot nicht, und wir wurden ganz ungläubig angekuckt als wir diese eyquisite Komposition zubereiteten.
Nach dem Essen ging’s dann auf die „Aristocat 2″, ein Katamaran auf dem wir eine Rundfahrt machen. Dafür hieß es erstmal „Segel setzen“ und dann konnte es losgehen. Natürlich erst nachdem sich Kim bei den beiden jungen Captains versichert hat dass sie genügend Bierreserven für die durstige Truppe an Bord hatten. Als man dann auf dem (mehr oder minder) offenen Meer war kam das Boomer-Net zum Einsatz. Das ist im Grunde einfach nur ein Netz dass hinten am Boot festgemacht ist. Dort legt man sich rein und hält sich fest während das Boot gemächlich durchs Wasser tuckert. Allerdings bleibt es nicht lange gemächlich, denn die Herren Captains holen dann so ziemlich alles aus dem Boot raus was geht, was dazu führt dass die Leute im Netz die volle Bugwelle (oder wie auch immer man das dann nennt) abbekommen. Zu Beginn ein sehr angenehmes Gefühl, ich sage nur: Wassermassage. Doch wenn’s dann noch schneller wird begrenzt sich der Spaß auf zwei Hauptaktivitäten: 1. sich selbst festhalten. 2. seine Badeshorts / Bikini festhalten. Wer jetzt was alles entblößte möchte ich an dieser Stelle lieber nicht erwähnen, aber so viel sei gesagt: man hatte Spaß! Danach hieß es dann erstmal auf dem Deck in der Sonne liegen und das Leben genießen. Das war es dann auch was man nach der Rückkehr tat: etwas mehr in der Sonne liegen, Spaß haben, glücklich sein.
Auf dem Weg zurück ins Camp gab’s dann noch nen Abstecher an den Shell Beach. Ein Strand der aussieht wie jeder andere, zumindest von weitem. Wenn man dann aber dort ist stellt sich heraus dass der komplette Strand aus millionen von kleinen Muscheln und nicht aus Sand besteht. Eindrucksvoll anzuschauen, aber das wars dann auch. Natürlich folgte unweigerlich die Diskussion ob die Australier hier ein paar LKW-Ladungen Muscheln hergebracht haben um mal wieder ne neue Attraktion zu haben, leider konnte diese Frage aber nicht beantwortet werden.
Zurück im Camp wurde dann lecker gekocht und natürlich gut gegessen und danach fürhte die deutsche Gruppe das wundervolle Tischklopfspiel ein. Ihr wisst schon, arme mit dem Nachbarn über- / unterkreuzen und dann reiheum auf den Tisch kklopfen, bei zweimal klopfen Richtungswechsel, und wer was falsch macht fliegt raus. Obwohl in dieses Spiel (vorerst) kein Trinken integriert war wurde es von den Amis mit heller Begeisterung aufgenommen. Leider wurde der Spaß dann von der Mumu kaputt gemacht. Ja, von der Mumu. Jedoch eine Mumu im amerikanischen Sinne. Dort ist eine Mumu ein Kleidungsstück, und zwar eines das bevorzugt alte oder dicke Frauen tragen. Ihr wisst schon, diese überdimensionalen Nachthemden mit denen eure Omas den ganzen Tag rumrennen. Oder die dicken schwarzen Frauen in Hollywood-Filmen die immer „Big Mama“ heissen. Mit dieser Mumu machten wir schon am letzten Abend Bekanntschaft als wir ein kleines Lagerfeuer hatten und si zu uns kam und sagte wir sollten doch bitte leise sein, sie wolle schlafen. Da wir ja nett sind haben wir das auch gemacht. Immerhin waren wir ja auf nem Campingplatz. An diesem Abend jedoch war es etwas anders: sie platzte in den Gemeinschaftsraum hinein und meinte freundlich „10 o’clock, fun’s over, lights off. get out of here“. Da alle Angst vor ihr hatten machten wir uns auf den Weg zurück zu den Zelten als Kim kam. Eigentlich hätten wir ihn eher auf der Seite der Dame gesehen, denn immerhin ist er dafür zuständig uns ruhig zu halten, aber weit gefehlt: in alter Gentleman-Manier legte er sich für uns ins Zeug und legte der Mumu nahe sie solle doch einfach ihren Camper woanders hinstellen, woraufhin sie meinte dass sie ihn nicht hier hingestellt hat sondern er dorthin gezogen wurde (??). Woraufhin Kim damit konterte er kenne den besitzer, Scheibenkleister, auch die Mumu kannte ihn. Nach weiteren vergeblichen Versuchen uns einen schönen abend im Gemeinschaftsraum zu ermöglichen gab Kim auf, kam zu uns und meinte: Leute, sorry dass ihr da nicht rein könnt. Wisst ihr was? Da hinten gibt’s ein paar Bänke. Geht dort hin, trinkt, und seid so laut wie ihr wollt. Kümmert euch nicht um DIE. Gesagt getan, und so hatten wir doch noch einen recht feuchtfröhlichen Abend / Nacht ohne weitere Mumu-Zwischenfälle. Achja, ganz nebenbei wurde auch noch ein neues Trinkspiel erfunden. Man sitzt im dunkeln und hat ne Taschenlampe. Dann leuchtet man jemandem ins Gesicht, und derjenige muss so lange trinken wie das Licht an ist. Danach gibt man die Taschenlampe weiter. Sehr einfaches Spiel, aber auf jeden Fall auch sehr effizient
Gegen später wurde dann die extended-Version mit bis zu drei Taschenlampen im Umlauf gespielt. Auf jeden Fall nachahmenswert.
In diesem Sinne – Licht aus, Taschenlampe raus, und immer acht geben vor der Mumu!