Rien ne va plus! – Burswood Casino

28 10 2006

Gestern (sprich: Freitagnacht) hieß es für mich zum ersten Mal in meinem Leben: ab ins Casino. Genauer gesagt ins Burswood Casino. Das Casino ist ein Teil des Burswood Burswood Entertainment ComplexEntertainment Complex, einem riesigen Areal mit allen möglichen Sachen: Hotels, der Burswood Dome in dem regelmäßig Konzerte und Sportevents stattfinden, eine Disco und eben das Casino.  Doch erstmal hieß es hinkommen. Also mit dem ersten Bus von der Uni an den Park and Ride. Von dort weiter zum Esplanades Busport, dem Busbahnhof in Perth. Und von dort dann nochmal mit dem Bus bis zum Burswood Complex. Im Gegensatz zu Casinos im Fernsehen muss man hier nicht im Anzug erscheinen. Die meisten Leute kleiden sich zwar durchaus besser, aber man trifft auch genug „casual“ Leute.

Tja, was soll ich sagen? Ich kann nun durchaus verstehen dass Leute süchtig nach Glücksspielen werden. Denn was im Fernsehen immer recht harmlos aussieht ist dann in echt doch um einiges beeindruckender, und irgendwie fühlt man sich doch sehr wichtig wenn man in so einem Casino rumläuft. Aber bevor das große Geld-Gewinnen losging wurde erstmal gegessen. 4 Leute, 4 unterschiedliche Gerichte, und jeder hat von jedem gegessen. Gehört sich zwar nicht für so einen schnieken Platz, war uns aber egal. Das Essen war zwar total überteuert (wie alles dort… Beck’s 8,-$AUS)  aber dafür dann auch doch ganz gut. Burswood ComplexDanach hieß es dann erstmal Geld wechseln. Also zu Cashier gegangen und meine 50$, die mein absolutes Limit für diese Nacht waren, in 1$-Münzen gewechselt. Tja, und los ging der Spaß. Erstmal mit ein paar Runden Poker. Am Automaten. Ging relativ gut, fast nichts verloren :) Danach wurde dann so ziemlich jede Slot-Machine ausprobiert die es gab, nur um am Schluß festzustellen dass ich die meisten Spiele nicht kapiert hab. Eigentlich wollte ich auf jeden Fall noch Roulette spielen, allerdings war am 2,50$ – Tisch recht viel los und 10$ pro Spiel wollte ich dann doch nicht setzen. Also kein Roulette, das muss dann bis zum nächsten Mal warten. Geendet hat das ganze dann an den Pokerautomaten, dort hat man immerhin immer mal wieder 1$ reingeschmissen und 3 rausbekommen. Was leider nichts genutzt hat, denn um 1 Uhr war mein 50$-Limit erreicht und ich hatte – wer hätte es gedacht – alles verloren. Aber immerhin hatte ich noch nie in meinem Leben so viel Spaß dabei, 50$ zu verlieren. Zu erwähnen wäre hier noch, dass es auf der Herrentoilette eine Parfum-Dispenser gab. Dort wirft man einen Dollar rein, sucht sich einen von vier Düften aus und wird dann von dem Automaten vollgesprüht. Was für eine Welt.





Echtzeit rules! – Webcams

23 10 2006

Um hier mal wieder ein paar neue Features einzubauen gibt es jetzt oben rechts eine Seite namens „Webcam“. Dort könnt ihr euch ein paar aktuelle Webcam-Bilder ankucken, so z.B. von Perth, vom Bush Court (der Campus meiner Uni) und ein paar Stränden. Damit ihr auch immer wisst wie bei mir gerade das Wetter so ist. Und wenn ihr viel Glück habt könnt ihr auch mal mich irgendwo entdecken :)





North West Trip – Tag 4

23 10 2006

Am vierten Tag hieß es vor allem eines: Sitzfleisch haben. Den heute sollte es von Monkey Mia bis nach Coral Bay gehen. Nach dem allmorgentlichen Camp-Abbau und Frühstück liefen wir dann aber erstmal zu den Hamelin Pool Stromatolites. Da ich zu faul bin hier etwas zu erklären lass ich das einfach Wikipedia machen:

Stromatolithen sind biogene Sedimentgesteine aus teils sehr feinschichtigem Kalk. Mit ihrem schaligem Aufbau aus Knollen, Säulen oder welligen Lagen ähneln sie oft einem Blumenkohl.

Hamelin Pool Stromatolites

Nach heutiger Deutung sind Stromatolithen Kalkablagerungen, die durch marine benthonische Cyanobakterien (früher fälschlich auch als Blaugrünalgen bezeichnet) verursacht werden. Die Cyanobakterien bilden Biofilme (Mikrobenmatten), in denen Partikel eingefangen und gebunden werden. Durch die Stoffwechsel-Aktivitäten der Biofilme, und zwar durch die Alkalisierung des Milieus infolge ihrer Kohlenstoffdioxid-Assimilation, gibt es aber auch eine Mineralisation von Karbonaten.

Stromatolithen sind die ältesten Fossilien aus dem Präkambrium und existieren seit etwa 3,5 Milliarden Jahren. Damit gehören sie zu den ersten durch Organismen aufgebauten Strukturen. Ihre Erzeuger betrieben Photosynthese und trugen dadurch wesentlich zur Freisetzung von elementarem Sauerstoff (O2) in die ursprünglich sauerstoffarme Erdatmosphäre bei.

Kurz gesagt: ohne Stromatolith kein Suaerstoff, ohne Sauerstoff kein Mensch. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an die Stromatolithen.

Nach diesem sehr aufregenden Event stiegen wir also in unseren heissgeliebten Bus und weiter ging der Spaß. Zum Bus muss man sagen: er war schon etwas älter und wohl von einem chinesischen Hersteller, denn die Sitznummern waren alle in „normal“ als auch in Chinesisch vorhanden. Weiterhin waren auch einige der Bedienelemente beim Busfahrer auf chinesisch, was dazu führte dass Kim eine Weile brauchte bis er herausgefunden hatte was genau die ganzen Knöpfe machen. So wurde dann auch mal aus Versehen die Klimaanlage (die aber sowieso so gut wie nichts brachte) abgeschaltet. Als Tour-Highlight gab es die Möglichkei, mehrere „Songs“ über die buseigene Beschallungsanlage spielen zu lassen, allesamt in höchster MIDI-Qualität. Als persönlicher Favorit entpuppte sich „Für Elise“, ein wunderbares Stück Musik das bald unzertrennlich mit unserem Trip verbunden war. Auch die Liebe der Chinesen zum Karaoke konnte man dem Bus anerkennen, denn das Mikrofon hatte sogar einen Hall-Effekt zum ein-und ausschalten. Gegen Ende des Trips hat es mich meistens in die letzte Reihe verschlagen da hier der einzige Platz mit funktionierender Klimaanlage war. Problem war nur dass unter uns der Motor war und wir somit vonoben gekühlt und von unten beheizt wurden. Trotzdem waren die Busfahrten die meiste Zeit recht gut auszuhalten.

Mittags machten wir dann Rast in Carnarvon, eine Stadt die vor allem mit einer Sache Geld verdient: Obst. Genauer gesagt: tropische Früchte. Vor allem im Moment geht es den Menschen dort ganz gut, was daran liegt dass das Hauptanbaugebiet für Bananen dieses Jahr von einem Sturm heimgesucht wurde und ein Großteil der Ernte dahin ist. Da Carnarvon verschont wurde haben die jetzt jede Menge Abnehmer für ihre Bananen und verkaufen diese zu sehr guten Preisen. Das wars dann aber auch schon von der schönen

Carnarvon

Stadt. Achja, eins noch: eine riesige Satellitenschüssel, „The Big Dish“, gebaut im Jahre 1964, wurde extra für die Apollo 11-Mission erbaut. 1974 wurde die Station von der NASA aufgegeben, jedoch ist die Schüssel bis heute in Betrieb. Wofür? Na zum Aufspüren ausserirdischer Funksignale natürlich.

Weiter ging’s mit der Busfahrt, zwischendurch gab es dann noch einen Stop um einen Dragon Lizzard zu begutachten. Zuerst dachten wir jemand muss aufs Klo, denn der Bus hielt plötzlich ohne Grund am Straßenrand an. Tatsächlich aber hatte unser Reiseführer aus dem fahrenden Bus heraus diese Wüsteneidechse gesehen und angehalten um sie uns zu zeigen. Fragt mich nicht wie er das gemacht hat, denn groß sind die Tiere nicht und mit ihrer orangenen Farbe auch recht gut getarnt. Aber deswegen ist er wohl Reiseführer :) Das tolle an diesen Eidechsen: ihr einzier Schutz sind ihre Stacheln und ihre Tarnung. Da sie zu langsam sind um wegzurennen bleiben sie einfach immer ganz still sitzen und hoffen nicht gesehen zu werden. Daher konnte Kim das Tier auch einfach in die Hand nehmen und durch den Bus laufen um es jedem zu zeigen.

Über Nacht sollten wir eigentlich auf einem Campingplatz direkt am Coral Bay bleiben. Leider hatte uns das jedoch die letzte Reisegruppe vermiest. Die hatten nämlich ausladend gefeiert, was im Endeffekt dazu führte dass die Murdoch University Hausverbot auf diesem Campingplatz hatte. Also haben wir uns einen anderen Campingplatz ein paar Kilometer vom Strand entfernt gesucht. Dieser war aber nicht sehr einladend, da es ausser einem dunny (=Outbacktoilette) nichts gab. Ausserdem waren schon ein paar Leute dort die über die Ankunft unseres Busses sichtlich erfreut waren. Kim wollte daraufhin von uns wissen ob wir lieber komplett im Outback campen wollten. Na klar wollten wir das, und somit fuhr Kim mitsamt Bus und Hänger erstmal quer ins Outback bis er auf einen Sandweg kam und diesem auf gut Glück folgte. Und das Glück war auf unserer Seite, denn wir fanden eine Sheep Station auf der wir bleiben konnten. Somit hatten wir dann eine Küche, eine nette Veranda mit Outback-Ausblick, Toiletten und Duschen. Und das ist wirklich viel wenn man eigentlich damit rechnet seine Geschäfte für die nächsten beiden Nächte im Busch zu verrichten. Tja, und so begann dann ein anderer sehr angenehmer Abend im Kreise der Reisegruppe, schon in heller Vorfreude auf den nächsten Tag, denn der war komplett für den Strand eingeplant.





North West Trip – Tag 3

19 10 2006

Heute ging es – mal wieder- recht früh los, obwohl wir heute unser Camp nicht abbauen mussten da wir zwei Nächte in Hamelin Pool geblieben sind. Aber wenns an den Strand geht will man natürlich so viel Zeit wie möglich nutzen, daher ging’s früh los mit einem kräftigen Frühstück und der üblichen Busfahrt nach Monkey Mia. Monkey Mia ist nicht nur ein einfacher Strand sondern auch ein Naturresort mit einer ganz besonderen Attraktion: Delphinen. Dabei handelt es sich um wilde Delphine, die jedoch regelmäßig (meistens zwei Mal täglich) an den Strand kommen um sich den leuten dort zu zeigen. Unter Aufsicht der Wildlife-Guards dürfen einige Auserwählte dann auch die Delphine füttern, die sich das sichtlich gefallen lassen. Also, um das deutlich zu machen: Man steht nicht am Strand und sieht am Horizont ne Flosse schwimmen. Die Delphine kommen bis ins Knietiefe Wasser und teilweise so nah dass sie einen berühren. Von selbst berühren darf man sie aber nicht, sonst erden sie angepisst und verschwinden wieder. Füttern durfte ich zwar keinen, und berührt hab ich auch keinen, schön war’s aber trotzdem. Die Delphine die an diesen Strand kommen gehören alle zu einer großen Familie, und seit mehreren Generationen lehren die Eltern ihren Kindern dass sie hier herkommen können ohne dass ihnen etwas passiert. Die Delphine erkennen auch die Guards wieder und trauen sich daher eher zu denen als zu anderen Leuten. Auf jeden Fall ein paar wunderbare Tiere.

Danach hieß es dann erstmal: am Strand liegen und nichts tun. Nach einer Weile des Sonnetankens gab es Mittagessen, das wie üblich aus folgendem bestand: Toastbrot, Käse, zwei Sorten Wurst, Salat mit Paprika, Thunfisch, Gurken etc., Erdnussbutter, Marmelade, rote Beete, Nudelsalat, Ketchup, Sweet Chili und Mayonnaise. Hier taten sich auch jedes Mal die kulturellen Differenzen auf. Während die Deutschen eher organisiert waren – Hier ein Brot mit Käse und Wurst, dazu Salat, vielleicht noch etwas rote Beete – waren die Amerikaner eher vom rustikalen Schlag: man nehme zwei Scheiben Brot und packe einfach ales dazwischen was der Tisch zu bieten hat. Na dann guten Appetit. Übrigens kennen Amerikaner das klassische Ketchupbrot nicht, und wir wurden ganz ungläubig angekuckt als wir diese eyquisite Komposition zubereiteten.

Nach dem Essen ging’s dann auf die „Aristocat 2″, ein Katamaran auf dem wir eine Rundfahrt machen. Dafür hieß es erstmal „Segel setzen“ und dann konnte es losgehen. Natürlich erst nachdem sich Kim bei den beiden jungen Captains versichert hat dass sie genügend Bierreserven für die durstige Truppe an Bord hatten. Als man dann auf dem (mehr oder minder) offenen Meer war kam das Boomer-Net zum Einsatz. Das ist im Grunde einfach nur ein Netz dass hinten am Boot festgemacht ist. Dort legt man sich rein und hält sich fest während das Boot gemächlich durchs Wasser tuckert. Allerdings bleibt es nicht lange gemächlich, denn die Herren Captains holen dann so ziemlich alles aus dem Boot raus was geht, was dazu führt dass die Leute im Netz die volle Bugwelle (oder wie auch immer man das dann nennt) abbekommen. Zu Beginn ein sehr angenehmes Gefühl, ich sage nur: Wassermassage. Doch wenn’s dann noch schneller wird begrenzt sich der Spaß auf zwei Hauptaktivitäten: 1. sich selbst festhalten. 2. seine Badeshorts / Bikini festhalten. Wer jetzt was alles entblößte möchte ich an dieser Stelle lieber nicht erwähnen, aber so viel sei gesagt: man hatte Spaß! Danach hieß es dann erstmal auf dem Deck in der Sonne liegen und das Leben genießen. Das war es dann auch was man nach der Rückkehr tat: etwas mehr in der Sonne liegen, Spaß haben, glücklich sein.

Auf dem Weg zurück ins Camp gab’s dann noch nen Abstecher an den Shell Beach. Ein Strand der aussieht wie jeder andere, zumindest von weitem. Wenn man dann aber dort ist stellt sich heraus dass der komplette Strand aus millionen von kleinen Muscheln und nicht aus Sand besteht. Eindrucksvoll anzuschauen, aber das wars dann auch. Natürlich folgte unweigerlich die Diskussion ob die Australier hier ein paar LKW-Ladungen Muscheln hergebracht haben um mal wieder ne neue Attraktion zu haben, leider konnte diese Frage aber nicht beantwortet werden.

Zurück im Camp wurde dann lecker gekocht und natürlich gut gegessen und danach fürhte die deutsche Gruppe das wundervolle Tischklopfspiel ein. Ihr wisst schon, arme mit dem Nachbarn über- / unterkreuzen und dann reiheum auf den Tisch kklopfen, bei zweimal klopfen Richtungswechsel, und wer was falsch macht fliegt raus. Obwohl in dieses Spiel (vorerst) kein Trinken integriert war wurde es von den Amis mit heller Begeisterung aufgenommen. Leider wurde der Spaß dann von der Mumu kaputt gemacht. Ja, von der Mumu. Jedoch eine Mumu im amerikanischen Sinne. Dort ist eine Mumu ein Kleidungsstück, und zwar eines das bevorzugt alte oder dicke Frauen tragen. Ihr wisst schon, diese überdimensionalen Nachthemden mit denen eure Omas den ganzen Tag rumrennen. Oder die dicken schwarzen Frauen in Hollywood-Filmen die immer „Big Mama“ heissen. Mit dieser Mumu machten wir schon am letzten Abend Bekanntschaft als wir ein kleines Lagerfeuer hatten und si zu uns kam und sagte wir sollten doch bitte leise sein, sie wolle schlafen. Da wir ja nett sind haben wir das auch gemacht. Immerhin waren wir ja auf nem Campingplatz. An diesem Abend jedoch war es etwas anders: sie platzte in den Gemeinschaftsraum hinein und meinte freundlich „10 o’clock, fun’s over, lights off. get out of here“. Da alle Angst vor ihr hatten machten wir uns auf den Weg zurück zu den Zelten als Kim kam. Eigentlich hätten wir ihn eher auf der Seite der Dame gesehen, denn immerhin ist er dafür zuständig uns ruhig zu halten, aber weit gefehlt: in alter Gentleman-Manier legte er sich für uns ins Zeug und legte der Mumu nahe sie solle doch einfach ihren Camper woanders hinstellen, woraufhin sie meinte dass sie ihn nicht hier hingestellt hat sondern er dorthin gezogen wurde (??). Woraufhin Kim damit konterte er kenne den besitzer, Scheibenkleister, auch die Mumu kannte ihn. Nach weiteren vergeblichen Versuchen uns einen schönen abend im Gemeinschaftsraum zu ermöglichen gab Kim auf, kam zu uns und meinte: Leute, sorry dass ihr da nicht rein könnt. Wisst ihr was? Da hinten gibt’s ein paar Bänke. Geht dort hin, trinkt, und seid so laut wie ihr wollt. Kümmert euch nicht um DIE. Gesagt getan, und so hatten wir doch noch einen recht feuchtfröhlichen Abend / Nacht ohne weitere Mumu-Zwischenfälle. Achja, ganz nebenbei wurde auch noch ein neues Trinkspiel erfunden. Man sitzt im dunkeln und hat ne Taschenlampe. Dann leuchtet man jemandem ins Gesicht, und derjenige muss so lange trinken wie das Licht an ist. Danach gibt man die Taschenlampe weiter. Sehr einfaches Spiel, aber auf jeden Fall auch sehr effizient :) Gegen später wurde dann die extended-Version mit bis zu drei Taschenlampen im Umlauf gespielt. Auf jeden Fall nachahmenswert.

In diesem Sinne – Licht aus, Taschenlampe raus, und immer acht geben vor der Mumu!





Perth Royal Show

12 10 2006

So, mal kurz eineUnterbrechung zu den Berichten über den North West Trip. Letzten Freitag hieß es nämlich: ab zur Perth Royal Show. Das ist in ungefähr so etwas wie ein Jahrmarkt, nur hundert mal größer und mit allen möglichen interessanten Dingen.

Nach einer interessanten Zugfahrt nebst drei Müttern mit zehn Kindern (zusammen, nicht jeweils) kam man also am Gelände an und durfte erstmal 20 $ zahlen um reinzukommen. Drinnen hieß es dann erstmal die anderen Leute suchen die sich IRGENDWO aufhielten. Ahja, klar: zum Riesenrad, dann geradeaus bis es nicht mehr weitergeht, nach links und da sind sie. Waren sie natürlich nicht und so vertrieben wir uns die erste Stunde mit Leute suchen. Danach war erstmal Essen angesagt. also los und nen Hamburger geholt. Hat so schrecklich geschmeckt dass ich ihn wegschmeissen musste und mir ne Pizza gekauft hab. Danach hieß es dann: Showbags kucken. Showbags sind eine Australien-eigene Sache, und die Australier sind vollkommen verrückt danach. Im Grunde ist es wie eine Wundertüte, jedoch weiß man schon vorher was drin ist und alle Produkte sind von einem Hersteller bzw. zu einem Thema. So gab es also Schmuck-Showbags, Army-Showbags, Girls-only-Showbags und noch tausend andere Sachen. Hier ein kleines Beispiel: Die Spongebob Super Bag für $19.50 (Wert: $30.13)

  • 1 x Spongebob 2″ Kickball - $1.95
  • 1 x Spongebob Playing Cards - $1.95
  • 1 x Spongebob Paddleball - $1.95
  • 1 x Spongebob Pen - $0.59
  • 1 x Spongebob Yo Yo - $1.95
  • 1 x Spongebob Flying Disc - $1.95
  • 1 x Spongebob 60mm Bouncing Ball - $2.95
  • 1 x Spongebob 8″Glider - $0.99
  • 1 x Spongebob 36″ Inflatable Hammer - $2.95
  • 1 x Spongebob 5.5″ Soft Ball - $2.95
  • 1 x Spongebob 9″ Basketball - $9.95

Tja, und so waren die Australier fiebernd auf der Suche nach den besten Showbags, und gegen Abend sah man sie alle mit 10 Tüten an jedem Arm herum rennen. Die spinnen, die Australier.

Die rides haben 7 $ gekostet, und nach zwei Stück hatten wir auch schon genug, einerseits weil uns schwindlig war (dem Gravitron sei Dank), andererseits weil wir arme Studenten sind. Weiterhin gab es auf der Show allerlei interessante Dinge, z.B. cattle contets, jede Menge Traktoren und Framzeugs, einen Holzfällerwettbewerb, Wein- und Bierproben usw. usw.

Schließlich begab man sich also auf den zentralen Platz auf dem um 9 Uhr das tägliche Abschlussfeuerwerk stattfinden sollte. Da wir aber früher ankamen wurden wir noch Zeugen australischer Leichtigkeit: während in der Mitte das gigantische Feuerwerk aufgebaut wurde standen ca. 20 Meter daneben ein paar Komödianten die das beste gaben um das Publikum zu unterhalten und nebenbei mit Böllern um sich schmissen. Safety first, sagt da der regeltreue Deutsche und fürchtet um sein Leben. Nach den nicht ganz so

Rasenmäherrennen

witzigen Komikern gab es dann eine Runde australisches Formel 1: ein 1A-Rasenmäherrennen mit den vermutlich schnellsten Rasenmähern die ich jemals gesehen habe. Riesenspaß auf jeden Fall.

Danach startete dann das Abschlussfeuerwerk, und ehrlich – Rammstein hätten es nicht besser machen können. 10 Minuten ging das Spektakel, kam einem aber ewig vor, und was die australischen Feuerwerksmeister da aufstellten war wirklichbeachtenswert.

Fireworks

Tja, und das wars. Danach ging’s heim und direkt ab ins Bubuland denn wir waren alle irgendiwe extrem erschöpft. Hmja, das wars…





North West Trip – Tag 2

11 10 2006

Jau, es hat mal wieder etwas länger gedauert. Da es mich aber mal wieder erwischt hat und ich mit Fieber im Bett liege nutze ich die Zeit hier mal wieder meine geistigen Ergüsse loszuwerden. Heute: North West Trip Tag 2.

Heute also zum ersten Mal früh aufstehen. Pünktlich um 5.30 Uhr lief unser Guide Kim durchs Camp und weckte uns mit einem fröhlich-australischen „Wakey wakey!“. Natürlich wollte keiner aufstehen, erst recht nicht wenn man so freundlich darum geeten wird. Daher wurde dann nach 5 Minuten die allmorgendliche Erdbebensimulation gestartet, die sich dadurch auszeichnet dass Kim alle Zelte ordentlich durchrüttelt und so versucht die verschlafenen und oftmals verkaterten Studenten wach zu kriegen. Am ersten morgen gab’s dann – ganz klassisch – Pancakes mit Sirup. Musste ich mir natürlich gleich holen und recht schnell feststellen: ist nichts für mich. Zu fettig für Frühstück. Die folgenden Tage habe ich mich dann also mit Cornflakes und dem klassischen PBJ begnügt (PBJ = Peanutbutter and Jelly Sandwich, eine grausame amerikanische Sache, aber wenn man sich mal dran gewöhnt hat doch ganz gut) .

Nachdem dann wieder alles gepackt war ging’s weiter auf unserer Reise, erster Stop: Kalbarri Riffs. Zu sagen gibt’s nicht viel, schaut euch lieber die Bilder an. Ein paar schöne Kliffs am Meer, leider war das Wetter da noch nicht ganz so gut. Was sich aber, Gott sei Dank, noch ändern sollte. Denn danach ging es ab in den Kalbarri National Park. Zuvor wurde noch eine kleine Mittagspause in einem Renterstädtchen iengelegt von dem ich nicht einmal mehr den Namen weiß, aber da es sowieso nicht sehr aufregend war ist das auch egal. Weiter ging’s dann durchs Outback auf den „gut ausgebauten“ Sandstraßen die uns auch die letzte Freude am Busfahren nahmen, denn nach zwei Tagen hatten wir endlich herausgefunden wie der DVD-Player im Bus funktioniert. Also DVD rein und Film ab, aber war wohl nix denn der DVD-Player war wohl nicht für holprige Straßen erfunden worden, und so starrten wir apathisch auf Standbilder die alle 10 Sekunden mal weitersprangen. Aber mal ehrlich – wer will schon Filme sehen wenn man im Outback ist und stundenlang aus dem Fenster sehen kann ohne dass sich auch nur irgendetwas ändert. Alles grün und rot so weit das Auge reicht :)

Der Kalbarri National park, oder genauer gesagt der Murchison River Gorge ist so etwas wie der Grand Canyon, nur kleiner und in Australien. Sagen zumindest die Amerikaner. Und so begab es sich dass die 41 Reisenden plus ihre zwei Guides durch die Schluchten wanderten, vorbei an noch mehr roten Steinen und jeder Menge Sand um dann am Nature’s Window anzukommen. Das Nature’s Window wurde offensichtlich extra dahin gebaut um mehr Postkarten verkaufen zu können, macht aber nichts, schön wars trotzdem. Nach einer ausgiebigen Touri-Foto-Session gings dann weiter bergab bis wir an einem See ankamen und es hieß: wer will darf mal schwimmen gehen. Da vorher allerdings niemand erwähnt hatte dass wir schwimmen gehen waren alle in normaler Kleidung, jedoch tat die Hitze den Rest und so wurde dann eben in Boxershorts / Unterwäsche geschwommen. Zac und ich, als große Patrick Swayze und Dirty Dancing-Verehrer mussten uns natürlich in der Hebefigur versuchen, was dann ungefähr so aussah: (man beachte den Hüte-Partnerlook)

Dirty Dancing
Nach der gelungenenErfrischung ging’s auf den Rückweg zum Bus und von dort aus dann über endlos lange Straßen die keine einzige Kurve hatten nach Hamelin Pool, einem Caravan-Park, wo wir unser nächstes nachtlager aufschlugen. Auf dem Weg hatten wir dannden ersten von zwei Platten, was uns eine unfreiwillige Pause bescherte die wir aber dazu nutzten, den Sonnenuntergang im Outback zu genießen.

In Hamelin Pool wurde dann wieder das Camp aufgeschlagen und reichlich gekocht bevor man dann die Gitarre ausgepackt hat und zu ein paar Liedern angestimmt hat. Leider musste ich feststellen dass Amerikaner ein durchaus anderes Repertoire and Lagerfeuerliedern haben als wir, und so konnte nicht mal der Klassiker Lady in Black angestimmt werden. Als beste Alternative wurde dann What’s My Age Again, Wonderwall und Hands Down gegrölt. Ein schöner Abschluss für einen schönen Tag.





North West Trip – Tag 1

3 10 2006

Freitag, 29. September, 6:30 – Nach einer durchgemachten Nacht (es war ja wieder Tavern-Zeit am Donnerstag) begebe ich mich über den Courtyard zuChelsea’s Wohnung, um mit Chelsea und Nancy zu frühstücken. Die beiden haben nämlich auch durchgemacht und mich gerade im Fenster gesehen, und da haben sie sich gedacht sie laden mich zum Frühstück ein. Danach war dann erstmal duschen angesagt, immerhin wusste keiner so recht wann und wo wir auf unserem Trip der nächsten Dusche begegnen. Danach dann fertig packen. Natürlich musste ich feststellen dass ich viel zu viel eingepackt hatte und musste nochmal aussortieren. Packen ist ja generell eine schwierige Angelegenheit, vor allem für solche Trips, oder auch Festivals. Man will für alles gewappnet sein, hat aber auch keine Lust einen 30kg-Rucksack mitzuschleppen nur weil es ja eventuell einen Kälteeinbruch geben könnte. Auf jeden Fall wurde das Gepäck minimiert und ich war zufrieden, auch wenn ich jetzt weiß dass es immernoch viel zu viel war. Neben dem Wanderrucksack gab’s dann noch den Busrucksack, der neben Kamera und kurzen Hosen eine 2-Liter Falsche Wasser sowie diverse alkoholische Getränke enthielt. Alkohol war im Bus zwar nicht erlaubt, aber im andern Rucksack war kein Platz mehr. Um 7:30 machte ich mich dann mit beiden besagten Rucksäcken sowie meinem niegelnagelneuen Strohhut und meiner fast genauso neuen Gitarre auf den Weg richtung Bus. Die Gitarre, ganz nebenbei, habe ich mir hier über E-Bay zugelegt, für 30 $ plus 20 $ versand, also recht billig, aber leider spielt sie sich auch genauso. Aber für die nicht mal mehr drei Monate und ein paar Lagerfeuersongs völlig ausreichend. Am Bus angekommen hieß es dann erstmal den Bus beladen, sich nen Platz sichern und kucken was für Leute die nächsten 10 Tage um einen rum sein werden. Neben einigen Freunden aus meinem Courtyard gab es auch genügend unbekannte Gesichter, aber wie sich rausgestellt hat alles sehr sehr angenehme Menschen. Insgeamt 41 Studenten plus 2 Guides machten sich dann um 8 Uhr auf den Weg richtung Norden.

Der erste Tag war im Grunde redht einfach gestrickt: einsteigen, losfahren, ankommen. Dazwischen eine Lunchbreak und der ein oder andere Pinkelstop. Da die meisten unserer Ziele ziemlich weit im Norden waren hieß es am ersten Tag: keine „Sehenswürdigkeiten“, dafür so viele Kilometer wie möglich gutmachen. Gegen 5 Uhr kamen wir dann schließlich bei der Lynton Station in Northampton an – eine Sheep Station die, wie hier üblich, auch Reisegruppen und Backpacker beherbergt. Dort angekommen wurden ersteinmal die Zelte aufgeschlagen (fast alle hatte den Klassiker „Iglu“, frenudlicherweise bereitgestellt von der Uni). Danach wurde dann das essen vorbereitet, wie immer von einigen freiwilligen Studenten, während die anderen Leute im Speisesaal, der als alte Viehscheune getarnt war, erste Kontakte mit anderen Mitreisenden machten. Nach einigen Getränken und einem sättigenden Essen hieß es dann von offizieller Seite „Bettruhe“. Immerhin gings am nächsten Tag um halb 6 morgens wieder los. Aber wie die jungen wilden so sind gab es natürlich einige die mal wieder die Ausnahme sein mussten. Darunter auch ich. Wir entschieden uns spontan, einen kleinen nächtlichen Walk ans Meer zu machen. Es war zwar schon dunkel, aber immerhin hatten wir Taschenlampen und wussten so ungefähr wo wir hinmussten – hinter die Dünen nämlich. Bei Tageslicht sah das ganze Recht nah aus, wir schätzten den Spaziergang also auf eine Dauer von 30 Minuten. Nachdem wir uns 45 Minuten durch kniehohe Pflanzen mit ganz fiesen Kletten gekämpft hatten standen wir auf der Straße, was bedeutet dass wir gerade Mal die Hälfte der Strecke hinter uns hatten. Da die Mädels die mit dabei waren schon überall Schlangen und Spinnen vermuteten und so langsam Wolken aufzogen entschloss sich ein Teil der Gruppe – mich eingeschlossen – wieder zurück zu gehen. Wie am nächsten Tag zu erfahren war haben wir auch nicht viel verpasst. Immerhin habe ich auf dem Heimweg noch einen Känguruhschädel entdeckt und mir damit einen kleinen Schreck-Spaß erlaubt.

Ja, soviel vom ersten Tag, noch nichts wirklich aufregendes, aber wie gesagt wir mussten erst einmal ein paar Kilometer gutmachen. Bilder zum ersten Tag gibt es – surprise, surprise – unter „Bilder“ oben rechts.

Fortsetzung folgt…





Back from the Outback

2 10 2006

So, hier bin ich wieder. Nach zehn Tagen Hitze und Sand bin ich seit gestern Nachmittag wieder zu Hause. Gestern war dann ausser duschen und Wäsche waschen nur noch eins angesagt: schlafen. Immerhin waren die zehn Tage ja nicht zur Erholung da, und wer jeden morgen um halb 6 aufsteht und sich dann abends trotzdem noch dem ein oder anderen (leider oft warmen) Drink hingibt wird irgendwann zwangsweise müde.

Heute dann mehr Wäsche waschen, alles irgendwie in Ordnung bringen hier in meinem Zimmer, und dann den Kalender anschauen: zwei Assignments für diese Woche, na dann kanns ja los gehen. Juhee. Aber vorher will ich hier natürlich alle auf dem laufenden halten. Was ich hiermit getan habe. Morgen gibt’s dann den ausführlichen Bericht mit Photo-Love-Story und allem was dazugehört. Jetzt aber erstmal: back to sleep…